Dr. Christian Geier, Autor, Blogger, Finanzberater

Die Krankenversicherung und ich...

Ich bin Jahrgang 1974 - für meinen aktuellen Blogartikel hab ich etwas recherchiert. Was hat die gesetzliche Kranken­ver­si­che­rung vor rund 50 Jahren eigentlich gekostet? Der Höchstbeitrag lag auf Euro-Basis gerechnet bei 91€ - diesen Beitrag haben sich Arbeitgebender und Arbeitnehmender geteilt. Der Beitragssatz lag bei 9,5%. Eine Pflege­ver­si­che­rung gab es damals übrigens noch nicht.

Meine Kranken­ver­si­che­rung 2023

Es wäre schon eine arge Untertreibung zu behaupten, bis heute hätten sich hier nicht gravierende Änderungen ergeben. Der Höchstbeitrag inklusive Pflege­ver­si­che­rung liegt jetzt bei 960,09€ monatlich - bei einem Beitragssatz von 19,6%. Das bedeutet eine durchschnittliche Steigerung von etwa 6% pro Jahr. Fun-Fact: das ist so viel, wie eine gut performende Value-Aktie - nur andersrum.

Dabei muss man aber noch eine zweite Sache im Kopf behalten: die Beitragssteigerung allein ist es nicht - denn auch das Leistungsniveau hat sich über die Jahrzehnte geändert. In den 70ern wurden z.B. noch Brillen bezahlt - oder die Behandlung beim Zahnarzt.

Aber... dann kamen:

  • Kranken­ver­si­che­rungs-Kostendämpfungsgesetz (1977)
  • Krankenhaus-Kostendämpfungsgesetz (1981)
  • Haushalts-Begleitgesetze (1982/194)
  • Gesundheitsreform (1989)
  • Gesundheitsstrukturgesetz (1993)
  • Beitragsentlastungsgesetz (1997)
  • GKV-Neuordnungsgesetze (1997)
  • Solidaritätsstärkungsgesetz (1998
  • GKV-Reform (2000)
  • Beitragssicherungsgesetz (2002)
  • Gesundheits-Modernisierungsgesetz (2003)
  • Gesundheits-Reform (2011)

Nach und nach wurde das von den Kassen bezahlte Angebot auf das heutige Niveau ausgedünnt - und trotzdem teurer. Hoffst du noch, dass sich diese Tendenz in Zukunft umkehrt? Diese Hoffnung lohnt wohl eher nicht, so wie es im Moment aussieht, wird sich dieser "Trend" wohl eher fortsetzen.

Rechenbeispiel und aktuelle Situation!

Ein krankenversicherter Mensch kostet umso mehr, je älter er wird. Während ein 20-jähriger Mensch pro Jahr etwa 2.000€ Aufwendungen pro Jahr verursacht, sind es bei einem 80-jährigen Menschen regelmäßig 7.000€ und mehr. Beachtenswert: die geburtenstarken Jahrgänge sind jetzt (erst) in ihren 60ern. Da muss man jetzt kein Statistik-Genie sein, um sich auszumalen, was das bedeutet.

Natürlich - die gesundheitliche Versorgung in Deutschland ist im Vergleich zu den meisten Staaten der Erde geradezu paradiesisch. Keiner steht vor verschlossenen Arzt- und Krankenhaustüren, auch wenn es im Wartezimmer inzwischen gern mal etwas länger dauert. Medikamente sind für jeden kranken Menschen erhältlich, selbst dann, wenn es durch äußere Umstände zu Engpässen kommt.

Auch der medizinische Fortschritt ist intakt. Das ist leider nicht nur eine gute Nachricht für alle. Denn die Inflation im Medizinbereich ist noch einmal deutlich höher als im "richtigen" Leben. Wer soll das also in Zukunft alles bezahlen?

Und meine eigene Kranken­ver­si­che­rung?

Wenn ich mir das alles so ansehe, dann bin ich persönlich froh, privat krankenversichert zu sein - und ja, ich weiß, dass das ein Privileg ist. Für mich und meinen Sohn kostet diese Versicherung aktuell 925€ monatlich. Bezahlt werden fast alle Leistungen, die wir benötigen.

Wichtig: mein Vertrag kann dabei durch keinen Bundestag mal eben geändert werden. Wenn mein Sohn in 8 Jahren nicht mehr mitversichert ist, sinkt der Beitrag um gut 200€.

Die Beiträge zu meiner privaten Kranken­ver­si­che­rung sind über eine Basisrente bis zu meinem Lebensende ausfinanziert. Dabei ist mir klar, dass mir gar nicht klar ist, wie alt ich überhaupt werde. Sonnenklar ist aber auch: um die Qualität meiner gesundheitlichen Versorgung muss ich mir keine Gedanken mehr machen.

Das schafft Sicherheit und ein richtig gutes Bauchgefühl - und das können Sie auch haben. Sprechen wir darüber.

Autor

Gemeinsam Kurs auf finanzielle Freiheit setzen. Ich bin gerne für Sie da!

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