Ein Paar bespricht gemeinsam die Zukunft ihrer Altersvorsorge mit dem Altersvorsorgedepot

Altersvorsorgedepot - das müssen Sie wissen

Mit staatlicher Zulage kostengünstig vorsorgen?

Seit 27.03.2026 steht fest: Die private Altersvorsorge soll reformiert werden. Ein Bestandteil ist das sogenannte „Altersvorsorgedepot“. Die Idee: Mit staatlichen Zulagen sollen so viele Menschen wie möglich für ihren Ruhestand vorsorgen können. Das Werkzeug: Aktien, Fonds und Exchange Traded Funds (ETF).

Seit der Beschluss offiziell ist, gibt es unterschiedlichste Aussagen von „noch schlechter als ein Riester-Vertrag“ bis zu „übertrifft Riester-Lösungen deutlich“. Dazu gesellen sich die unterschiedlichsten – mal mehr, mal weniger – überzeugenden Produkte.

Grund genug für uns, das Wichtigste für Sie transparent zusammenzufassen. An dieser Stelle wichtig: Noch sind nicht alle Rahmenbedingungen zu 100% fix. Sollten sich wichtige Neuerungen ergeben, aktualisieren wir diesen Inhalt natürlich für Sie, außerdem finden Sie Quellen für unsere Zusammenfassung am Ende des Artikels.

Für wen ist das „Altersvorsorgedepot“

Die wichtigste Frage möchten wir direkt am Anfang klären: Für wen ist das Altersvorsorgedepot eine mögliche Vorsorgelösung? Anhaltspunkt ist hier, welche Personen überhaupt förderberechtigt sind – also von den staatlichen Zulagen profitieren können. Das sind:

  • Pflichtversicherte in der deutschen gesetzlichen Rentenversicherung
  • Pflichtversicherte in der deutschen gesetzlichen Rentenversicherung gleichstehende Personen
  • Inländische Besoldungsempfänger/innen
  • Erwerbstätige mit Einkünften nach §15 EstG
  • Erwerbstätige mit Einkünften nach §18 (1) Nr. 1-3 EstG (u.a. Freiberufler/innen)
  • Pflichtmitglieder in einer berufsständischen Versorgungseinrichtung

Damit bietet die Neuregelung sehr vielen Menschen aus den unterschiedlichsten Berufsgruppen eine Möglichkeit zur privaten Altersvorsorge, u.a. Arbeitnehmer/innen, Müttern und Vätern während der Kindererziehungszeit, Minijobber/innen, pflichtversicherten Künstler/innen, Landwirten/innen, Selbständigen und vielen weiteren.

Ausgeschlossen bleiben unter bestimmten Voraussetzungen freiwillig in der gesetzlichen Rentenversicherung Versicherte, von der Rentenversicherungspflicht befreite Minijobber/innen sowie Bezieherinnen und Bezieher eine Vollrente wegen Alters.

Eine schicke Tasche mit Geldbeutel aus braunem Leder
Auch kleine Einkommen soll das Altersvorsorgedepot eine attraktive Vorsorgelösung bieten

Lohnt sich ein Altersvorsorgedepot auch für kleine Einkommen?¹

Diese Frage beantwortet der Gesetzgeber selbst mit „Ja“. Es gibt Anhaltspunkte, die dafürsprechen: Indem bis zu einem jährlichen Sparbetrag von 360€ jeder gesparte Euro mit 50 Cent gefördert wird (entspricht bis zu 180€ pro Jahr Förderung), können gerade Menschen mit kleinen Sparsummen profitieren. Für Familien mit Kindern erhöht sich die Förderung um 1€ je Kind je gespartem Euro (max. 300€). Für eine Sparerin mit 2 Kindern und 360€ jährlichem Sparbetrag wären das bereits 1140€, die so für das Alter zurückgelegt werden – bei einer monatlichen Belastung von lediglich 30€.

Gibt es einen Mindestbetrag, der gespart werden muss?

Ja, den gibt es tatsächlich. Dieser liegt bei 10€ pro Monat bzw. 120€ pro Jahr.

Gibt es auch einen Maximalbetrag?

Der Maximalbetrag, der auf ein Altersvorsorgedepot eingezahlt werden kann, ist ebenfalls definiert. Dieser ist auf 6.840€ begrenzt, von dem bis zu 1.800€ des Eigenbeitrages gefördert werden.

Wie hoch sind die Förderungen beim Altersvorsorgedepot genau?¹

Hier ist es wichtig, sich einen Fakt klar zu machen: Auch beim Altersvorsorgedepot wird die Systematik beibehalten, dass Beiträge in der Ansparphase steuerlich freigestellt sind, in der Auszahlungsphase jedoch besteuert werden.

Und was ist mit der Besteuerung?

Das bedeutet: Sie profitieren über die gesamte Sparzeit hinweg von einer steuerlichen Freistellung, sowie Ihr Erspartes dann ausgezahlt wird, fallen auf die Auszahlungen Steuern an. Versteuert wird in der Auszahlungsphase dann mit Ihrem individuellen Steuersatz (§22 (5) EstG) – in den meisten Fällen also deutlich niedriger als während des Berufslebens.

Die Förderungen bzw. Zulagen sind wie folgt vorgesehen:

  • Bis 360€ Sparbetrag / Jahr: 0,5€ je Euro = 540€ Sparsumme inkl. Förderung
  • 360€ - 1.800€ / Jahr: 0,25€ je Euro = 2.700€ Sparsumme inkl. Förderung

Familien mit Kindern erhalten zusätzliche Unterstützung

Familien mit Kindern können zusätzlich profitieren. Hier spricht der Gesetzgeber davon, dass ein Elternteil je gespartem Euro einen Euro pro Kind extra erhält (bis max. 300€).

Mit Bonus für junge Menschen

Junge Menschen, die noch vor dem 25. Geburtstag ein Altersvorsorgedepot abschließen, erhalten zusätzlich einmalig 200€ Zulage vom Staat. Klingt nach wenig?

Beispielrechnung

Eine einfache Rechnung zeigt, was man erwarten kann:

Eine 2027 18-jährige schließt ein Altersvorsorgedepot direkt 2027 ab und spart 30€ pro Monat. 2035 wächst die Familie um ein Kind. Bis zum Renteneintritt mit 67 kämen so über 132.000€ (vor Steuern) zusammen. Das ergibt 51 Jahre Sparen in denen sie lediglich 18.360€ (51x360€) aus dem eigenen Geldbeutel zurücklegen muss². Und ohne Zulagen? Bei gleicher Rendite und Laufzeit stehen lediglich ~56.000€ zur Verfügung.

Gibt es Regelungen für Ehegatten/innen?

Bei Ehegatten/innen muss eine Person die Voraussetzungen für eine steuerliche Förderung erfüllen. In diesem Fall kann auch die zweite Person die Zulagenförderung erhalten. Dies gilt auch für eine eingetragene Lebenspartnerschaft. Hier ist die Höhe dann jedoch auf 175€ begrenzt. Ob Sie förderberechtigt sind, welche Bedingungen erfüllt werden müssen und wie hoch die Förderung in Ihrem Fall genau wäre, prüfen wir gerne für Sie im persönlichen Gespräch.

Junger Vater mit seinem Sohn am Strand
Bis zu 300€ Zulage pro Kind stellt der Staat zur Verfügung

Was genau ist ein „Altersvorsorgedepot“?

Ganz grundsätzlich: Ein regelmäßiger Sparbetrag, der mit einem Anbieter von Altersvorsorgeprodukten vereinbart wird. 

Wichtig! Beim Altersvorsorgedepot verzichten Sie auf Garantien. Im Gegensatz zu anderen Vorsorgeinstrumenten gibt es hier also keine garantierten Beträge, die zur Rente hin ausgezahlt werden. Gleichzeitig können Sie, entschließen Sie sich für diese Anlageform, von zwei Umständen profitieren: Der Entwicklung am Kapitalmarkt sowie den staatlichen Förderungen.

Was ist das „Standarddepot“

Das sog. Standarddepot soll Sparer/innen einen möglichst einfachen Einstieg ermöglichen – darum ist das Standarddepot sehr klar reguliert:

  • Zwei Investmentvermögen werden bespart
  • Eines mit vorsichtigem Anlageprofil, eines mit höherem Anlagerisiko – so soll ein Kompromiss zwischen Rendite und Risikoabsicherung erreicht werden
  • Schrittweise Umschichtung vor Beginn der Auszahlungsphase in risikoarmes Anlageprofil
  • Umschichtung kann auch ausgesetzt werden – wenn gewünscht
  • Effektivkosten: max. 1%

Je nach Struktur der Anlagen kann so durchaus ein Sparplan erzielt werden, der geringe Kosten und eine breite Streuung (und damit gesenkte Risiken) unter ein Dach bringt – wenn der Anbieter des Standarddepots entsprechend vorauswählt.

Abweichende Lösungen

Es ist davon auszugehen, dass sich auf dem Markt von verschiedensten Anbietern Standarddepot-Lösungen sowie weitere Produkte einfinden werden. Welches Produkt wirklich zu Ihren Vorsorgezielen passt, sollten Sie entsprechend prüfen. Gerade der Umstand, welches Anlageprofil der entsprechende Anbieter wählt und welche Fonds Sie entsprechend besparen, sollten Sie im Vorfeld exakt prüfen oder prüfen lassen.

Die Bedeutung des Altersvorsorgedepots für Riester-Verträge

„Altersvorsorgedepot“ und „Riester-Vertrag“ wird oft in einem Zug genannt – hat der Ruf der Riester-Lösungen in letzter Zeit gelitten. Aber ist das Altersvorsorgedepot jetzt wirklich eine Alternative zum Riester-Vertrag „in gut“. Kommt darauf an.

Riester-Vertrag jetzt kündigen?

Grundsätzlich gilt Bestandsschutz für Riester-Verträge, die vor dem 01.01.2027 abgeschlossen werden. Sparer/innen können zu den bestehenden Konditionen mit den bisherigen steuerlichen Förderungen weiter sparen.

Außerdem ist es auch möglich, bestehende Riester-Verträge zu einem Altersvorsorgedepot „umzuwandeln“ – ohne bisherige Förderungen zurückzahlen zu müssen. Der Gesetzgeber weißt darauf hin, dass Wechsel-, Abschluss- und Vertriebskosten anfallen können.

Erst prüfen – dann entscheiden

Gerade dann, wenn Sie sich unsicher sind oder sich im Jungle zwischen Förderungen, Renditen und Kostenquoten unwohl fühlen, sollten Sie unbedingt prüfen lassen, ob sich eine Umwandlung Ihres bestehenden Vertrages lohnen kann. Das ist nicht nur unser Standpunkt, auch Stiftung Warentest formuliert ganz klar: „Generell ist es nicht gut, die Altersvorsorge zu unterbrechen“. 

Wer früh dran ist und noch keinen Vertrag abgeschlossen hat, für den kann es auch lohnenswert sein, aktuelle Riester-Konditionen dem neuen Altersvorsorgedepot entgegen zu stellen und nachzurechnen.

Auf keinen Fall sollten Sie sich durch Pressemitteilungen oder halbinformierte Nachrichten dazu verleiten lassen, einfach schnell etwas abzuschließen.

Altersvorsorge: Zeit ist Geld – aber nicht bei der Entscheidung

Es gibt kaum etwas, das gerade jetzt, wo die Sicherheit der Rente immer mehr ins Wanken kommt, wichtiger ist, als eine informierte Entscheidung darüber, wie Sie vorsorgen möchten. Schließlich möchte man seinen Ruhestand angemessen und ohne Einschränkungen verbringen können.

Je nach Ihrer persönlichen Situation kann das Altersvorsorgedepot ab 2027 eine interessante Möglichkeit sein, das Allheilmittel, wie es stellenweise angepriesen wird, wird es nicht werden – schließlich macht die Wette auf die Kapitalmärkte (aka „Börse“) den Unterschied zwischen: Gespartes und Förderung oder Gespartes, Förderung und über die Jahre einem hohen Anteil an Renditen. 

Trotzdem (oder gerade deshalb) vertrauen über 14 Millionen Menschen in Deutschland auf die Chancen, die Aktien, ETFs und Fonds bieten und sichern sich – langfristig betrachtet – damit Renditen, die kein Sparbuch oder Tagesgeld zu leisten imstande ist.

Finanzpartnerin zusammen mit jungem Paar bei der Beratung
Nutzen Sie unseren kostenlosen Check-Up für einen transparenten Blick auf Ihre Altersvorsorge

Was sollten Sie also jetzt tun?

Unabhängig davon, ob Sie schon einen Riester-Vertrag abgeschlossen haben, sich grundsätzlich für das Altersvorsorgedepot interessieren oder schlicht unsicher sind: Schnelle Entscheidungen sollten Sie vermeiden. Prüfen Sie Ihre aktuellen Konditionen und Ihre aktuelle Situation und vergleichen Sie verschiedene Lösungen eingehend. Grundsätzlich bietet das Altersvorsorgedepot gerade auch Menschen und Familien mit geringeren Einkommen eine interessante Möglichkeit, von klar strukturierten Förderungen zu profitieren. Gerne unterstützen wir Sie auf dem Weg zu Ihrer Altersvorsorge – transparent und objektiv.

Jetzt voranmelden!

Nutzen Sie die Möglichkeit, sich in unsere Interessenten/innen-Liste einzutragen - dann kommen wir aktiv auf Sie zu, sowie alle Fakten rund um das Altersvorsorgedepot feststehen! Oder - wenn Sie dieses wichtige Thema lieber gleich anpacken möchten, schicken Sie uns eine kurze Nachricht. Wir beraten Sie gerne!

Um Ihre Anfrage weiter bearbeiten zu können, müssen Ihre Angaben verarbeitet und gespeichert werden. Weitere Informationen zum Umgang mit Ihren Daten finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

CAPTCHA
Diese Sicherheitsfrage überprüft, ob Sie ein menschlicher Besucher sind und verhindert automatisches Spamming.

Autor

Gemeinsam Kurs auf finanzielle Freiheit setzen. Ich bin gerne für Sie da!

Ihre Meinung zu: "Altersvorsorgedepot - das müssen Sie wissen"

Wir freuen uns über Ihren Kommentar! Bitte beachte unsere Netiquette sowie unsere Informationen zum Datenschutz.

Der Inhalt dieses Feldes wird nicht öffentlich zugänglich angezeigt.
CAPTCHA
Diese Sicherheitsfrage überprüft, ob Sie ein menschlicher Besucher sind und verhindert automatisches Spamming.

0 Kommentare zu: "Altersvorsorgedepot - das müssen Sie wissen"

Wir möchten auch Ihre Meinung lesen!

Aktuelle Infos & News

Themen, die Ihre Finanzen bewegen
Dr. Christian Geier
Finanztipps, Versicherung
Leichte Fahrlässigkeit, grobe Fahrlässigkeit oder sogar Vorsatz? Wir alle wissen so ungefähr, was es damit auf sich hat. Aber was bedeuten diese Begriffe eigentlich im Kontext von Versicherungen?
Dr. Christian Geier
Finanztipps
Investieren ist immer ein Thema, bei dem Weitsicht, Köpfchen und Fachwissen wichtige Helfer sind. Wir klären die Unterschiede zwischen Value- und Growth-Fonds - Sie entscheiden, was zu Ihnen passt!