Junger Mann blickt auf Börsenkurse

Value- versus Growth-Fonds: Investieren in turbulenten Zeiten

Investieren ist immer ein Thema, bei dem Weitsicht, Köpfchen und Fachwissen wichtige Helfer sind, um Vermögen nachhaltig zu vermehren. In den letzten Monaten (naja, man könnte auch sagen „Jahren“) sind kluge Investments selbst für Profis zur Herausforderung geworden. Im Zuge dessen wollen wir zwei Fonds-Typen einmal genauer beleuchten: Value- und Growth-Fonds.

Was sind Value-Fonds?

Value-Fonds investieren in Unternehmen, die als „unterbewertet“ gelten. Als „unterbewertet“ gelten Unternehmen dann, wenn der aktuelle Marktpreis unter dem liegt, was fundamental gerechtfertigt wäre. 

Dabei werden übrigens viele Faktoren mit einbezogen, um zu einer entsprechenden Bewertung zu kommen, unter anderem:

  • Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV)
  • Wachstumsraten (Umsatz, Gewinn, Cashflow…)
  • Profitabilität und Renditen
  • Verschuldung
  • Bilanzqualität
  • Geschäftsmodell und Wettbewerbsvorteile
  • Markt- und Branchenumfeld
  • Managementqualität
  • Marktpsychologische Aspekte (z.B. Blasen, Trends, Hypes…)

Zusammenfassend kann man sagen, dass sich Unternehmen, die sich für das Kriterium „unterbewertet“ qualifizieren, oft durch ein stabiles Geschäftsmodell, eine lange Unternehmenshistorie und regelmäßige Dividendenausschüttungen auszeichnen. Beispiele für solche Unternehmen, die häufig in diesem Kontext genannt werden, sind etwa:

  • Johnson & Johnson (JNJ): Ein global agierendes Pharma- und Konsumgüterunternehmen mit stabiler Dividendenhistorie
  • Coca-Cola (KO): Das Unternehmen, dessen Namen stellvertretend für koffeinhaltige Limonaden steht, zeichnen starke Marken und zuverlässige Cashflows aus
  • Berkshire Hathaway (BRK.B): Die Beteiligungsgesellschaft von Börsenlegende Warren Buffet, die selbst in unterbewertete Unternehmen investiert
  • Procter & Gamble (PG): Stabile Performance und langfristiges Wachstum zeichnen den Konsumgüter-Riesen aus

Was sind Growth-Fonds?

Solche Unternehmen reinvestieren Gewinne bevorzugt, um weiter zu expandieren, anstatt Dividenden auszuschütten. Oft sind solche Vertreter innovative Technologieunternehmen, die in zukunftsorientierten Branchen tätig sind. Viele Namen der Marktgrößen kennt man, da sie in unserer digitalisierten Welt oft mit unserem Leben eng verknüpft sind, z.B.:

  • Amazon (AMZN): Dank Prime und Onlineshopping kaum wegzudenken. Dabei ist Amazon abseits vom Endkundengeschäft auch ein wahrer Gigant im Bereich Cloud-Computing
  • Tesla (TSLA): Innovativer Fahrzeughersteller und Mitbegründer des Elektroautos mit hohem Wachstumspotential
  • Nvidia (NVDA): Marktführer im Bereich KI-Chips und Grafikkarten
  • Alphabet (GOOGL): Mutterkonzern der Suchmaschine Google, des E-Mailanbieters Gmail und der Videoplattform Youtube mit starken, digitalen Geschäftsbereichen
Cola-Dose und Tesla-Logo, redaktionelle Aufbereitung
Sowohl im Value- als auch Growth-Segment finden sich weltweit bekannte Namen

Vorteile und Nachteile im Vergleich

Wie fast alles im Leben haben auch Value- und Growth-Fonds Vorteile und Nachteile. Die wichtigsten Aspekte für Anleger/innen in der Übersicht:

3 Vorteile von Value-Fonds:

  • Geringeres Risiko: Unternehmen mit solchen Fundamentaldaten sind oft widerstandsfähiger gegenüber Marktabschwüngen.
  • Regelmäßige Erträge: Viele Value-Aktien zahlen Dividenden, was ein kontinuierliches, passives Einkommen ermöglicht.
  • Bewährte Geschäftsmodelle: Lang etablierte Unternehmen bieten oft eine stabilere Performance.

3 Nachteile von Value-Fonds: 

  • Langsames Wachstum: Branchenbedingt agieren Value-Unternehmen oft in eher gesättigten Märkten, was das Wachstumspotential begrenzen kann.
  • Geduld erforderlich: Bis sich der wahre Wert eines Unternehmens zeigt, kann oft Jahre dauern.
  • Markttrends als Nachteil von Value-Aktien: Immer dann, wenn die Wirtschaft dazu tendiert, zu expandieren, tendieren Growth-Aktien dazu, besser abzuschneiden.

3 Vorteile von Growth-Fonds:

  • Potential für hohe Renditen: Dank starker Wachstumsdynamik können Unternehmen aus diesem Segment ihre Umsätze und Gewinne schnell steigern.
  • Markttrends als Antrieb: Wirtschaftlicher Aufschwung und technologischer Fortschritt (auch Disruption) sorgen oft für hohe Gewinne.
  • Motor Innovation: Viele Growth-Unternehmen sind in Branchen wie Technologie oder erneuerbare Energien tätig. Dadurch entsteht die Chance auf langfristig hohe Wachstumsraten.

3 Nachteile von Growth-Fonds:

  • Erhöhte Volatilität: Auf Grund der Unternehmenskonzeption reagieren Growth-Aktien oft empfindlicher auf Marktveränderungen.
  • Geringe oder keine Dividenden: Regelmäßige Ausschüttungen fehlen, da Gewinne meist reinvestiert werden.
  • Bewertungsrisiko: Growth-Unternehmen sind oft hoch bewertet. Treten Kurskorrekturen ein, kann das zu starken Verlusten führen.

Growth oder Value: Was passt zu mir?

Grundsätzlich: Wir bei FP Finanzpartner sind der Meinung, dass jede Kundin und jeder Kunde ein Wertpapier-Depot und / oder Wertpapiere im Versicherungsmantel besitzen sollte. Beachtet man dabei auch das wichtige Thema Diversifikation, bieten sich aktive oder passive (ETF) Investmentfonds an.

Ob Value oder Growth ist dabei eine zentrale Entscheidung für jede Investorin und jeden Investor. Beide Möglichkeiten bringen spezifische Vor- und Nachteile mit. Wer auf Sicherheit und bewährte Märkte in Verbindung mit höheren Renditen setzen möchte, fühlt sich vermutlich eher im Value-Segment wohl. Wer die Chancen von Trends, modernen Technologien und Innovation nutzen möchte, befindet sich eher auf der Seite von Growth-Fonds.

Was Sie bevorzugen hängt vor allem von Ihren individuellen Anlagezielen und Ihrer persönlichen Risikobereitschaft ab. Oder Sie nehmen die goldene Mitte: Mit einer breit diversifizierten Anlagestrategie kombinieren Sie das beste aus Value- und Growth-Unternehmen. Denken Sie langfristig, verlassen Sie sich nicht auf aktuelle Markttrends. Beziehen Sie fundierte Strategien mit ein. Dann ist die Frage „Value oder Growth“ zwar ein wichtiges Kriterium, aber nicht das einzige. Das Ergebnis: Langfristige Chance auf nachhaltigen Erfolg und das gute Gefühl, fundiert entschieden zu haben.

 

Disclaimer: Die FP Finanzpartner AG spricht generell keine Empfehlung zu Einzelaktien aus (keine KWG32 Zulassung). Alle in diesem Artikel genannten Unternehmen bzw. deren Aktienpapiere dienen nur der Veranschaulichung bzw. als Beispiele. 

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Gemeinsam Kurs auf finanzielle Freiheit setzen. Ich bin gerne für Sie da!

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Hätte mir jemand vor ziemlich genau 100 Tagen gesagt, was da im Land of the Free vor sich gehen wird – ich hätte vermutlich alle meine ETFs und Aktien verkauft und mich per Executive Order direkt an meinen Finanzpartner gewandt. Oder doch nicht?